Smart City LoRaWAN Integration Labs@bw
Begrenzte Ressourcen effizient einsetzen, um Umweltbelastungen zu verringern und gleichzeitig die Lebensqualität sowie die Mobilitätsangebote in städtischen Gebieten bewahren und auszubauen gehört zu den großen Herausforderungen für die Baden-Württembergischen Kommunen.
Die Landesregierung hat im Koalitionsvertrag von 2021 das Ziel formuliert, nachhaltige, digitale und smarte Kommunen und Regionen zu fördern. Dies soll unter anderem durch den Einsatz von LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) erfolgen.
Das Forschungsprojekt „LoRaWAN Labs@BW” unterstützt Kommunen in Baden-Württemberg beim strategischen Einsatz von LoRaWAN. Dabei handelt es sich um ein Netzwerkprotokoll zur drahtlosen Datenübertragung über große Reichweiten bei niedrigen Datenraten und niedrigem Energieverbrauch. LoRaWAN ermöglicht die kosteneffiziente Vernetzung von Sensoren, Aktoren und anderen technischen Endgeräten im Internet der Dinge und ist für viele verschiedene Use Cases in Städten und Gemeinden geeignet. Ziel ist es, die kommunalen Voraussetzungen für eine technologieoffene, ressourcenschonende und souveräne Digitalisierung zu verbessern – mit Fokus auf energieeffiziente IoT-Anwendungen im Mobilitätskontext.
Im Zentrum des Projekts stand die Frage, wie Kommunen trotz begrenzter technischer Expertise, personeller Kapazitäten oder strategischer Vorerfahrung nachhaltige LoRaWAN-Infrastrukturen aufbauen und erproben können. Sie wurde durch ein interdisziplinäres, praxisorientiertes Vorgehen adressiert: In enger Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen und technischen Umsetzungspartnern entwickelten und erprobten neun ausgewählte Städte und Gemeinden konkrete Use Cases, die lokal relevante Herausforderungen gezielt angehen.
- In Friedrichshafen waren die Überwachung von Feuerwehrzufahrten vor städtischen Liegenschaften und Assettracking (Geldtaschen, Rettungsringe, Outdoormöbel) sowie Einsatz von mobilen Gateways umgesetzte Usecases.
- Neckarsulm hat den „Intelligenter Bauhof“ entwickelt. Innovative Lösungen zur Glätteüberwachung. Monitoring und KI-Prognose von Straßenglätte und Bodenfeuchte mit Umweltsensorik ermöglichen eine schnellere und weniger personalaufwändige Bekämpfung von Glätteereignissen. Daneben wurde Bodenfeuchteüberwachung von Grünflächen erprobt.
- Neulingen und Ölbronn-Dürrn betreiben einen gemeinsamen Bauhof als Zweckverband und haben sich auch für dieses Projekt zusammengeschlossen. Sie führten innovative Lösungen zur Glätteüberwachung, Bodenfeuchte- und Raumklima Überwachung ein, Darüber hinaus wurde ein Wasserpegelsensor installiert. Die beteiligten Orte leiden zwar nicht unter einer Hochwassergefahr, hier sollen die Daten der gewässerabwärtsgelegenen Ortschaft nutzen.
- Ulm entwickelte eine Visualisierung von Straßensperren und die Koordinierung der Einsatzkräfte beim Ulmer Einstein-Marathon in 2024 via GPS-Tracker in einem LoRaWan-Netz.
- Mit den Kommunen Brigachtal, Herrenberg, Karlsruhe und Knittlingen wurden Projektkonzepte erarbeitetet, u.A. zur Glatteisüberwachung, Pegelständen, der Parkraumüberwachung mit Park- und Kamerasensoren, insbesondere der Überwachung von Behindertenparkplätzen und Halteverbotszone sowie Belegungskotrollen.
Die individuellen Umsetzungsvorhaben wurden durch übergreifende Analysen ergänzt, darunter eine internationale Best-Practice-Analyse und eine Ist-Analyse des Status quo in über baden-württembergischen 150 Kommunen. Auf dieser Grundlage erarbeitete das Projektteam konkrete Handlungsempfehlungen zu Themen wie technische Infrastruktur, Integration in Verwaltungsprozesse, Datenschutz und interkommunale Zusammenarbeit. Mithilfe von co-kreativen Workshops, digitalen Informationsmaterialien und einer abschließenden Skalierungsveranstaltung wurden und werden Wissenstransfer und Übertragbarkeit gezielt gefördert.
Das Projekt wurde vom Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg im Rahmen des Strategiedialogs Automobilwirtschaft gefördert. Die Umsetzung erfolgte durch das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Kooperation mit dem Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart.
Weitere interessante Informationen zu den zentralen Erfolgsfaktoren finden Sie in unserem Good Practice Schaufester.
Die Förderung trägt zu den Zielen im Strategiedialog Automobilwirtschaft bei.
Projektsteckbrief
Projektname: Smart City LoRaWAN Integration Labs@bw
Projektlaufzeit: April 2024 – Dezember 2024
Ansprechpartner : Frederic Schubert (frederic.schubert@iao.fraunhofer.de)
Gefördert durch: Smart City LoRaWAN Integration Labs@bw, ein Förderprojekt des Ministeriums des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg aus Mitteln des Strategiedialog Automobilwirtschaft.
Downloads:
