Mobilität und Verkehr
InKoMo 4.0 – Automatisierte Erfassung von Straßenschäden
Projektträger: Land
Behörde: Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration BW
Standort
Hockenheim
Start
31.07.2020
Dauer
3 Jahre
Status
100%
Gesamtkosten
500.000 € bis 750.000 €

Kurzbeschreibung

Ziel des Projekts war der Aufbau einer Innovationspartnerschaft zwischen 19 Kommunen und dem Start-up vialytics, um die Mobilitätsinfrastruktur digital und zukunftsfähig zu gestalten. Im Fokus stand eine KI-gestützte Straßenzustandserfassung per Smartphone, die manuelle Erhebungen ersetzt und Kommunen eine visuelle, kontinuierliche Übersicht ermöglicht. Das Konsortium brachte kommunale Anforderungen gezielt in die Produktentwicklung ein, um ein passgenaues, innovatives Tool zu schaffen.

Beschaffungs- und Vergabehinweise

Die Koordination und Projektleitung stellvertretend für 17 andere Kommunen war organisatorisch & zeitlich anspruchsvoller als gedacht.

Zielsetzung

Digitale Starthilfe um Kommunen in das Zeitalter die Digitalisierung zu führen

Zielgruppe

Kommunen, kommunale Verwaltung

Mehrwert für die Zielgruppe

Digitalisierung manueller Prozesse wie z.B. Begehungen

Digitale Daten für Haushaltsplan + Infrastrukturverwaltung, z.B. Sanierungen

Einfache + effiziente Erfüllung der Doku-Pflichten

Dies ist ein gefördertes Projekt

InKoMo 4.0 Wirksamer Straßenerhalt in der Praxis - Das Netzwerk des Südwestens

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Weitere Informationen

Herausforderungen

Das Projekt stand vor mehreren bedeutenden Herausforderungen. Eine zentrale Schwierigkeit lag im digitalen Transformationsprozess der Kommunen: Zu Projektbeginn war die Digitalisierung vieler Verwaltungen noch unzureichend fortgeschritten – insbesondere in den frühen Phasen der COVID-19-Pandemie. Lockdowns verhinderten wichtige Netzwerktreffen, wodurch angestrebte Skaleneffekte etwa bei gemeinsamen Beschaffungen nicht vollumfänglich realisiert werden konnten. Zudem stellte sich die Integration kommunaler Fahrzeuge als mobile Datenerfassungsplattform als komplex heraus. Besonders bei extern beauftragten Entsorgungsdienstleistern stieß die Idee auf Widerstand. Erfolg hatte das Projekt nur dort, wo Kommunen selbst zuständig waren und ihre Mitarbeitenden aktiv eingebunden wurden. Auch die Entwicklung eines rechtssicheren Dokumentationssystems zur Verkehrssicherungspflicht war anspruchsvoll. Erst durch intensiven Austausch mit Versicherungen konnten Standards etabliert werden. Die Herausforderung bestand darin, ein System zu schaffen, das sowohl rechtlich belastbar als auch praktisch handhabbar ist. Schließlich bedeutete die kontinuierliche Produktweiterentwicklung – basierend auf den Anforderungen von 19 Kommunen mit unterschiedlichen Größen, Budgets und infrastrukturellen Herausforderungen – einen hohen Koordinations- und Kommunikationsaufwand. Dennoch ermöglichte gerade dieser intensive Wissensaustausch ein maßgeschneidertes Endprodukt mit hoher kommunaler Relevanz.

Zentrale Erfolgsfaktoren

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war die enge Kooperation zwischen den 19 teilnehmenden Kommunen und der vialytics GmbH. Durch den regelmäßigen Austausch mit einem dedizierten Projektleiter von vialytics konnten kommunale Anforderungen kontinuierlich in die Produktentwicklung einfließen. Diese agile und praxisnahe Weiterentwicklung sorgte dafür, dass ein System entstand, das passgenau auf die Bedürfnisse der öffentlichen Hand abgestimmt ist. Die Einführung einer standardisierten, KI-gestützten Straßenzustandserfassung über Smartphones in kommunalen Fahrzeugen war ein weiterer Schlüsselfaktor. Diese Lösung ersetzte aufwändige manuelle Verfahren und ermöglichte eine visuelle, kontinuierlich aktualisierte Datenbasis für den Zustand der Straßeninfrastruktur – eine echte Innovation im kommunalen Kontext. Einen großen Beitrag zum Erfolg leistete auch die kontinuierliche Datenerhebung über drei Jahre hinweg. Die halbjährliche Erfassung ermöglichte präzise Analysen, verlässliche Planung und Nachverfolgung von Maßnahmen sowie rechtssichere Dokumentation der Verkehrssicherungspflichten. Zudem zeigte sich der Aufbau einer gemeinsamen Plattform für Maßnahmenplanung und Priorisierung als entscheidend: Kommunen konnten Sanierungsbedarfe frühzeitig erkennen, bündeln und wirtschaftlich effizient bearbeiten – etwa durch gezielte Deckensanierungen statt kostspieliger Vollausbauten.

Weiterführender Link

https://www.bauhof-online.de/d/vialytics-inkomo-4-0-projekt-zur-automatisierten-erfassung-von-strassenschaeden-startet-in-hockenheim/

Besonders hilfreich war

Die Umsetzung des Projekts basierte auf klarer Organisation, technischer Integration und enger Zusammenarbeit. Hockenheim übernahm die Projektleitung, vialytics stellte einen festen Ansprechpartner für Feedback und Koordination. Die teilnehmenden Kommunen wurden in die Produktentwicklung eingebunden, um die Lösung praxisnah weiterzuentwickeln. Operativ wurden Smartphones in kommunale Fahrzeuge integriert – etwa Müllwagen auf festen Routen – und Mitarbeitende für Montage und Datentransfer geschult. Die halbjährlichen Befahrungen lieferten Bilddaten, die automatisiert ausgewertet und im Web-System visualisiert wurden. Daraus entstand eine belastbare Entscheidungsgrundlage für Maßnahmenplanung und Priorisierung. Ein weiterer Erfolgsfaktor war die enge Abstimmung zur Benutzeroberfläche, die an kommunale Prozesse angepasst wurde. Kommunen konnten dadurch Maßnahmen intuitiv planen, priorisieren und dokumentieren. Die Zusammenarbeit mit Versicherern sicherte zudem die rechtliche Belastbarkeit der Dokumentation. Kommunikation, Schulung und Beta-Tests bildeten die Grundlage für einen reibungslosen Betrieb und eine nachhaltige Implementierung.

Lessons learned

Die Koordination und Projektleitung stellvertretend für 17 andere Kommunen war organisatorisch & zeitlich anspruchsvoller als gedacht.
Durch die hohe Individualisierbarkeit des vialytics-Systems eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten – daher ist es wichtig, im Vorfeld klare Rahmenbedingungen zu definieren, um eine koordinierte Umsetzung zu gewährleisten.
Ein zentraler Faktor für das Gelingen war der rege Austausch zwischen den Kommunen und vialytics als technischem Sparringspartner, der viele Ressourcen für das Projekt aufgewendet hat.

Projektpartner und Kooperationen

Unternehmen — vialytics GmbH

Silberburgstraße 187
70178 Stuttgart
info@vialytics.de
https://www.vialytics.de

Ansprechperson

Christian Engel

Rathausstraße 1
68766 Hockenheim
06205 21-2600
c.engel@hockenheim.de
https://www.hockenheim.de

Projektkoordinator

Elias Bernhard

Silberburgstraße 187
70178 Stuttgart
+49 170 5688 904
e.bernhard@vialytics.de
https://www.vialytics.de